Schweiz erwägt landesweites Verbot von Einweg-Dampfgeräten
Die Schweiz steht kurz vor einem landesweiten Verbot von Einweg-E-Zigaretten, da der Ständerat einen Antrag prüft, der vom Nationalrat bereits im Sommer 2024 genehmigt wurde. Die wachsenden Bedenken hinsichtlich Gesundheitsrisiken und Umweltverschmutzung durch diese Geräte haben zu Verkaufsverboten in mehreren Schweizer Kantonen geführt, darunter Bern, Jura und Wallis, während andere ähnliche Maßnahmen diskutieren.
Der Grünen-Nationalrat Christophe Clivaz, der den Antrag eingereicht hat, argumentiert, dass Einweg-Dampfgeräte ein hohes Suchtpotenzial haben, erhebliche ökologische Probleme verursachen und speziell für Kinder und Jugendliche vermarktet werden. Eine Studie der Universität Lausanne zeigt, dass fast 60% der 14- bis 25-Jährigen E-Zigaretten konsumiert haben, wobei etwa 12 Prozent an mindestens zehn Tagen im Monat dampfen, darunter etwa 9 Prozent der 14- bis 17-Jährigen.
SP-Ständerätin und Gesundheitspolitik-Spezialistin Flavia Wasserfallen unterstützt das Verbot und erklärt, dass die fruchtigen Aromen, die leuchtenden Farben und die niedrigen Preise dieser Produkte direkt auf junge Menschen abzielen und zu schneller Abhängigkeit führen. Sie betont auch die schädlichen Rohstoffe und die unsachgemäße Entsorgung von Einweg-E-Zigaretten, die zu einem verheerenden ökologischen Fußabdruck und hohen Kosten führen.
Mitte-Partei-Ständerat Pirmin Bischof ist der Ansicht, dass das Verbot aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen ernsthaft in Betracht gezogen werden muss, und verweist auf die Einfuhr von bis zu 15 Millionen Einheiten jährlich, mit einer starken Zunahme bei jungen Menschen. Obwohl der Bundesrat der Einschätzung zustimmt, lehnt er das Verbot aufgrund völkerrechtlicher Bedenken ab. Bischof hinterfragt jedoch diese Einschätzung und ist geneigt, den Antrag anzunehmen, wenn keine schwerwiegenden rechtlichen Argumente dagegen sprechen.
Auf der anderen Seite äußert SVP-Ständerat Hannes Germann Skepsis gegenüber dem Verbot und betrachtet es als „Umerziehungsmaßnahme“. Er argumentiert, dass der Nikotinkonsum nicht verboten ist und Dampfgeräte eine weniger schädliche Alternative zu Zigaretten darstellen. Er betont die Notwendigkeit einer gesamteuropäischen Regulierung, um zu verhindern, dass Menschen die Produkte im Ausland kaufen. Germann schlägt zudem eine vorgezogene Entsorgungsgebühr, ähnlich wie bei Getränkeverpackungen, als Alternative zu einem Verbot vor, um das Fehlen einer funktionierenden Recyclinglösung für Einweg-E-Zigaretten anzugehen.
Während der Ständerat sich auf die Debatte über den Antrag vorbereitet, steht die Zukunft der Einweg-E-Zigaretten in der Schweiz auf der Kippe. Das Ergebnis dieser Debatte wird erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, den Umweltschutz und die Dampfindustrie im Land haben.
- Nachrichtenquelle: Haben Einweg-Vapes bald ausgedampft?