Österreich führt 2026 strenge neue Tabak- und Vape-Gesetze ein
Mit dem neuen Jahr tritt in Österreich ein tiefgreifender Wandel für Raucher und Vaper in Kraft, da die Regierung strengere Gesetze und höhere Abgaben auf Zigaretten, E-Zigaretten, Nikotinbeutel und Hanfprodukte durchsetzt. Die Maßnahmen wurden Mitte Dezember vom Nationalrat im Rahmen des Steueränderungsgesetzes 2025 beschlossen und zielen darauf ab, das „unkontrollierte Wachstum“ des Marktes einzudämmen, den Jugendschutz zu stärken und zusätzliche Staatseinnahmen zu generieren.
Ein zentrales Element der neuen Gesetzgebung ist die massive Ausweitung des staatlichen Tabakmonopols. Nikotinbeutel und rauchbare Hanfblüten sind nun offiziell in dieses Monopol aufgenommen, was bedeutet, dass sie grundsätzlich nur noch in lizenzierten „Trafiken“ verkauft werden dürfen und denselben strengen Vorschriften wie herkömmlicher Tabak unterliegen. Damit wird der bislang weitgehend unregulierte Vertrieb dieser Produkte beendet – eine Änderung, die Schulen und Kommunen seit Langem gefordert hatten.
E-Zigaretten und E-Liquids: Lizenzen und Steuern
Für E-Zigaretten gilt künftig ein deutlich verschärfter Regulierungsrahmen. E-Liquids fallen nun ebenfalls unter das Monopolsystem und dürfen nur noch in lizenzierten Fachgeschäften oder Trafiken verkauft werden. Bestehende Vape-Shops, die seit mindestens drei Monaten in Betrieb sind, erhalten eine kostenlose Lizenz mit einer Laufzeit von 20 Jahren, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Neue Geschäfte benötigen hingegen eine kostenpflichtige Lizenz, die an eine Bedarfsprüfung geknüpft ist. Der Online-Verkauf von E-Zigaretten und Nikotinbeuteln bleibt weiterhin strikt verboten.
Ab April 2026 unterliegen E-Liquids und Nikotinbeutel der Tabaksteuer, die nach Volumen oder Gewicht berechnet wird. Diese Steuer gilt auch für nikotinfreie Varianten, da die Regierung argumentiert, dass auch diese gesundheitliche Risiken bergen und schwer von nikotinhaltigen Produkten zu unterscheiden sind. Weitere Steuererhöhungen sind für Februar 2027 und 2028 vorgesehen.
Steigende Kosten und Staatseinnahmen
Auch traditionelle Tabakprodukte bleiben nicht verschont: Die Steuern auf Zigaretten und erhitzten Tabak werden schrittweise von Februar 2026 bis 2028 erhöht. Das Finanzministerium rechnet damit, dass diese Änderungen im Vergleich zu 2025 rund 100 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen pro Jahr bringen werden. Finanzminister Markus Marterbauer erklärte: „Mit den aktuellen gesetzlichen Änderungen reagieren wir auf Marktentwicklungen und stärken den Jugend- und Gesundheitsschutz“, und betonte, dass es sich dabei nicht um „neue“ Steuern, sondern um eine Modernisierung bestehender Abgaben handle.
Ausnahmen und politische Reaktionen
Es gibt Übergangsregelungen. Hanfshops, die bereits vor dem 10. Januar 2025 bestanden, dürfen rauchbaren CBD-Hanf mit niedrigem THC-Gehalt (<0,3 %) bis Ende 2028 weiterverkaufen, sofern sie eine Lizenz beantragen. Eine ähnliche Übergangsregelung gilt für kleine Händler von Nikotinbeuteln.
Während die Gesetzgebung im Parlament breite Unterstützung fand und die ÖVP sie als „Mustergesetz“ lobte, stimmte die FPÖ gegen das Gesamtpaket – trotz überwiegend positiver Bewertung der Monopolregelungen. FPÖ-Abgeordneter Peter Wurm kritisierte insbesondere die neue Besteuerung von E-Liquids und Nikotinbeuteln und warnte, dass eine „unendlich teure“ Preisgestaltung Schmuggel und Schwarzmarktaktivitäten fördern könnte.




