Germanys vorgeschlagenes Verbot von Vape-Aromen: Menthol und 12 Zusatzstoffe
Ein neuer Verordnungsentwurf des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEH) sieht vor, 13 Zusatzstoffe in E-Zigaretten – darunter Menthol – zu verbieten. Medizinische Experten warnen, dass dies unbeabsichtigt dazu führen könnte, erwachsene Dampfer zurück zu deutlich schädlicheren herkömmlichen Zigaretten zu treiben und zugleich den Schwarzmarkt zu stärken. Zwar sei der Jugendschutz von zentraler Bedeutung, doch ignoriere das geplante Verbot das Schadensminderungspotenzial von E-Zigaretten im Vergleich zum Rauchen.
Wichtigste Punkte:
- Geplantes Verbot: Richtet sich gegen 13 Zusatzstoffe, insbesondere Menthol, und schränkt damit faktisch die Nutzbarkeit von E-Zigaretten ein.
- Warnung von Experten: Ärzte befürchten, dass Patienten wieder zur klassischen Zigarette zurückkehren, die deutlich gesundheitsschädlicher ist.
- Unbeabsichtigte Folgen: Möglicher Anstieg des Zigarettenrauchens bei Jugendlichen und Wachstum des Schwarzmarktes.
- Fehlende Evidenz: Kritiker verweisen auf internationale Studien, die zeigen, dass E-Zigaretten im Vergleich zum Rauchen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.
Eine interdisziplinäre Gruppe medizinischer Experten hat ihre Ablehnung des neuen Verordnungsentwurfs des BMLEH bekräftigt. Vor dem Hintergrund des geplanten Verbots von 13 Zusatzstoffen – darunter Menthol – warnen sie ausdrücklich davor, dass eine solche Maßnahme Raucher zurück zu gefährlicheren, brennbaren Tabakprodukten drängen könnte.
Gut gemeint, aber fehlgeleitet?
Das Ziel des BMLEH, junge Menschen vor Nikotinprodukten zu schützen, wird von der medizinischen Fachwelt grundsätzlich geteilt. Die Aufnahme von Menthol und weiteren zentralen Zusatzstoffen in das Verbot wird jedoch als faktisches Verbot von E-Zigaretten kritisiert. Fachärzte aus den Bereichen Kardiologie, Pneumologie und Suchtmedizin sprechen von einem „katastrophalen Lenkungseffekt“.
Indem eine deutlich weniger schädliche Alternative vom Markt verdrängt wird, bleibt die weitaus gefährlichere Option – herkömmliche Zigaretten mit verbranntem Tabak – weiterhin frei verfügbar. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erkennt an, dass die Gesundheitsrisiken konventioneller Zigaretten erheblich höher sind als die von E-Zigaretten.
Internationale Evidenz vs. nationale Politik
Kritiker des Verbots verweisen auf internationale Daten, die zeigen, dass Aromabeschränkungen kontraproduktive Effekte haben können.
| Fallbeispiel | Beobachtung | Ergebnis |
|---|---|---|
| San Francisco (2018) | Einführung eines Menthol-Aromaverbots. | Anstieg des Zigarettenrauchens bei Jugendlichen, während die Raten in Regionen ohne Verbot sanken. |
| Südkorea | Studie mit über 17.000 Rauchern, die auf E-Zigaretten umstiegen. | Rückgang schwerer kardiovaskulärer Ereignisse, vergleichbar mit vollständigem Rauchstopp. |
| USA (FDA) | Bewertung von Menthol-E-Zigaretten. | Zulassung von Menthol-Produkten im Jahr 2024 nach wissenschaftlicher Prüfung für erwachsene Raucher. |
Risiken des Schwarzmarkts und Auswirkungen auf das Gesundheitssystem
Über die unmittelbaren gesundheitlichen Folgen für Raucher hinaus warnen Experten vor breiteren gesellschaftlichen Kosten. Ein Verbot beliebter Aromen wie Menthol dürfte den Schwarzmarkt für nicht geprüfte und unregulierte Produkte ankurbeln, die weder Steuern unterliegen noch wirksamen Jugendschutzmaßnahmen.
Die medizinische Expertengruppe fordert daher eine intensivere, fachlich fundierte Debatte, um sicherzustellen, dass gut gemeinte Regulierungen nicht unbeabsichtigt dem Gesundheitssystem oder genau den Bevölkerungsgruppen schaden, die sie eigentlich schützen sollen.
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- Nachrichtenquelle: Aromaverbot – E-Zigaretten im Visier des Gesetzgebers: Expertengruppe warnt vor unbeabsichtigten negativen Effekten auf das Gesundheitssystem







